Sommerlager in Affoltern i.E._1. und 2. Stufe

Montag, 4. Juli

Wir Cowboys besammelten uns heute Morgen am Bahnhof Biel. Mit dem Zug fuhren wir dann nach Bern, um einen Sheriff zu treffen, der uns etwas Wichtiges sagen wollte. Er gab uns einen Schatzkartenteil und erzählte von einem verlassenen Cowboydorf in Affoltern. Dazu überreichte er uns einen mysteriösen Sheriff-Stern, dem ein Zacken fehlte,  als Glücksbringer. Wir konnten anschliessend noch eine Weile auf dem Langmuur-Spielplatz bleiben, bevor es mit Zug und Bus nach Affoltern weiterging. Nach einem halbstündigen Marsch entdeckten wir das vor kurzem verlassene Cowboydorf „Lucky Town“.

 

Das Feuer brannte noch, lauwarmer Kaffee stand auf dem Tisch, Holzspäne und Kleider waren zerstreut- es herrschte Chaos! Trotzdem entschieden wir uns dazubleiben und uns häuslich einzurichten. Nach einem feinen Cowboy-Ebly mit Currysauce und Gemüse gings auch schon unter den Sarasani ans Lagerfeuer. Dort legten wir unsere Lagerregeln fest und liessen den Tag mit einem gemütlichen Singsong ausklingen. Während unserem Abendritual beim Fahnenmast wurden wir von einem lauten Pistolenknall aufgeschreckt. Wer war denn das? Sogar die Polizei kam vorbei, um nach dem Rechten zu sehen und so kam unser Cowboydorf schliesslich zur Ruhe.

Dienstag, 5. Juli

Am Morgen erkundeten wir unser Cowboy-Revier. Die Route führte über Stock und Stein, vorbei an Zelten, der Küche, dem Saloon, den WC’s und raus aus dem Dorf. Nachdem wir uns mit Cowboy-Nudeln an Gemüse und Käse gestärkt hatten, konnten die Ämtlis erledigt werden. Nach der Siesta dekorierten wir den Zaun um unser Dorf und bemalten die Rückseite des alten Dorf-Schildes. Während wir laut den Lagerruf aufsagten, wurde das neue Schild am Lagertor hochgezogen und befestigt. Zum Zvieri wurde ein Cake serviert. Beim Anschneiden fanden wir darin eine Feile – ein Indiz für den Gefängnisausbruch der Daltons?!

Anschliessend hatten wir die Möglichkeit, drei Cowboy-Utensilien herzustellen: Einen Holster für den Revolver, Chaps und ein Cowboy-Armbändeli.

 

 

 

 

 

 

Nach Reis, Hackfleisch und Salat sangen wir unter dem Sarasani Lieder und hörten den ersten Teil der Geschichte von Lili der kleinen Hexe im wilden Westen. Das Wolfsgesetz wurde eingeführt und so konnten sich die Pfadis von nun an für gute Taten Sterne verdienen.

Mittwoch, 6. Juli

Um für einen möglichen Angriff der Daltons fit zu sein, absolvierten wir am Morgen einen Parcours im Wald und fertigten aus gegabelten Ästen Revolver an. Am Ende des Parcours fanden wir in einem riesigen Spinnennetz einen weiteren Schatzkartenteil. Mittags gabs eine feine Cowboypfanne. Nach der Siesta bastelten wir in Ateliers einen Cowboyhut und färbten Dreieckstücher ein. Während wir konzentriert arbeiteten, verlor eine vorbei fliegende Brieftaube über unserem Camp einige Federn und einen weiteren Teil der Schatzkarte. Die Polenta mit Rindsragout und Tomaten  zum Znacht sollten sich als wichtige Stärkung erweisen. Denn Nico, Kristina, Alex und Michael wurden anschliessend entführt. Sie mussten verschiedene Prüfungen bestehen, um schliesslich ihre Pfadinamen zu erhalten. Die Vier meisterten alle Aufgaben mit Bravour und so wurde Nico zu Tatuk, Kristina zu Chai, Alex zu Baloo und Michael zu Smacks.

 

Donnerstag, 07. Juli

Ein schreckliches Erwachen.. Ein Schatzkartenteil wurde gestohlen!! In einem Brief schrieben uns die Daltons, dass wir, um die Karte wieder zu erhalten, bis zum Sonnenuntergang Gold bei einem Baum deponieren müssen. Um den Preis bezahlen zu können, entschlossen wir uns, an der grossen Fontäne im Napfgebiet Gold zu waschen. Vorher genossen wir allerdings trotz „Goldstress“ ein reichhaltiges Frühstück und zelebrierten den 18. Geburtstag von Nala mit einem lauten, fröhlichen „Happy-Birthday“. Nach halbstündigem Marsch und langer Reise kamen wir schliesslich im Napfgebiet an. Zwei professionelle Goldwascher instruierten uns und nach einigen geduldig durchgeführten „Wasch-Versuchen“ wurden wir dann auch tatsächlich fündig. Zudem hatten wir noch die Möglichkeit, vor dem Gewitter im Bach zu plantschen und uns abzukühlen. Auf dem Rückweg zum Lagerplatz deponierten wir dann das hart erarbeitete Gold an der vereinbarten Stelle.

 

 

 

 

 

 

Die wohlverdienten Hamburger zum Znacht fanden Anklang. Unter dem Sarasani beendeten wir diesen anstrengenden Tag mit einem gemütlichen Singsong und einem weiteren Teil von Lili’s Abenteuer.

Während die Pfadi’s schliefen, musste sich auch Nora den Aufgaben des Taufgeistes stellen und erhielt ihren Pfadinamen Arpa!

Freitag, 08. Juli

In der Nacht wurde uns der ganze Käse gestohlen. Wir entschieden uns aber trotzdem als erstes beim Baum nachzuschauen, ob unser Schatzkartenteil wieder aufgetaucht ist. Die Daltons hatten das Gold mitgenommen- doch an Stelle des Kartenteils fanden wir wieder einen Brief, der uns zum Dorflädeli bei der Schaukäserei führte. Die Verkäuferin des Dorfladens händigte uns den fehlenden Kartenteil und ein Foto von vier frech grinsenden Daltons aus. Auch sie konnte die Bösen nicht stoppen. Um wenigstens wieder Käse zu haben, entschieden wir uns, in der Schaukäserei unter Anleitung eines freundlichen älteren Mannes selbst Käse herzustellen. Unsere Küchenchefs servierten uns direkt vor der Käsi ein mildes Chili für müde Cowboys. Nach einer Siesta auf dem Spielplatz kehrten wir in unser Cowboydorf zurück. Nachmittags wurde gebastelt, gespielt und geduscht. Plötzlich rannten die vier Daltons quer über den Lagerplatz und wir sofort hinterher. Wir verfolgten sie bis in den Wald, wo sie uns leider entwischten. Auf ihrer Flucht verloren sie allerdings die Fläschen mit unserem Gold vom Vortag, sowie einen neuen Teil der Schatzkarte. Nach Fischstäbli und Cowboysalzkartoffeln mit Blattspinat und einem heute eher kurzen Abendritual schliefen alle schnell ein.

 

Samstag, 09. Juli

Nach genauerem Studieren des neuen Schatzkartenteils bemerkten wir die roten Kreise in der Nähe der Badi in Sumiswald. Wir entschieden uns kurzerhand nach Sumiswald zu fahren, um nach einem weiteren Hinweis auf den Schatz zu suchen. An der entsprechenden Stelle angekommen merkten wir, dass dies unmöglich das Versteck des Schatzes sein konnte- zu viel tiefes Wasser im Bach und zu viele Menschen. Entmutigt wollten wir uns auf den Rückweg machen, als unsere Superköche Mosi und Geri mit dem Lunch auftauchten. Nach dem Essen ruhten sich die müden Cowboys auf der Wiese vor der Badi aus und tankten Energie für den Badeplausch am Nachmittag- denn, da wir extra nach Sumiswald gereist waren, wollten wir uns trotz erfolgloser Schatzsuche den Badespass und vor allem eine Dusche gönnen.

Das „tiefe Becken“ und vor allem der Whirlpool und die Sprungböckli fanden bei den Grossen Anklang. Unsere kleinsten Pfadis dagegen waren von der Elefantenrutsche nicht mehr weg zu bringen und entdeckten schliesslich im Becken eine Flaschenpost. Die Flasche war mit Draht und einem Schloss gut gesichert und so waren die kräftigen Hände der grösseren Jungs gefragt. Nach längerem „Umechnüble“ schafften sie es einen fünften Schatzkartenteil herauszuziehen. 

 

Viel zu früh mussten wir die Badi wieder verlassen, um uns auf den Rückweg zu machen. Zurück in der „Lucky Town“ fanden wir an unserem Anschlagbrett einen Brief von Lucky Luke, der unsere bisherigen Bemühungen rühmte und uns seine morgige Ankunft im Dorf ankündigte. Zufrieden, frisch geduscht und müde wurde nach dem Abendessen wie jeden Abend unter dem Sarasani gesungen und die Fortsetzung von Lili’s Abenteuer gehört.

Sonntag, 10. Juli

Sonntag- bereits seit einer Woche waren wir nun auf der Suche. Trainiert hatten wir jeden Tag, aber finden konnten wir nichts. Wir hatten genug- so konnte das nicht weitergehen!!  Frustriert entschlossen wir uns, alle Cowboykleider anzuziehen und die Utensilien zu packen und los zu ziehen- immer dem Weg auf den Karten entlang- um den Schatz zu heben. Und tatsächlich, dort wo der rot eingezeichnete Weg auf dem Kartenteil aufhörte fanden wir zwei riesige Goldnuggets. Sofort waren alle motiviert. Überzeugt, endlich das Versteck des Schatzes gefunden zu haben fingen wir an zu graben… Nach 10 Minuten intensivem Graben gaben wir dann aber doch auf. Da war nichts! Völlig deprimiert traten wir den Rückweg an. Zu aller Enttäuschung kam hinzu, dass auch Lucky Luke nicht auftauchte. Schlimmer konnte es nicht kommen- oder doch? Gerade als wir unsere Schlangenbrote essen wollten, begann es wie aus Kübeln zu regnen. Mit vollen Bäuchen aber ratlos was den Schatz anging, besammelten wir uns zu einem Singsong im Saloon. Da erkannte man plötzlich durch den Regen die Silhouette von Lucky Luke..aber Moment; er war nicht alleine, da war eine zweite Silhouette zu sehen. Gespannt warteten wir, bis die Beiden im Saloon ankamen. Lucky Luke hatte unterwegs den Käsedieb, der einige Tage zuvor den Käse der ganzen Region geklaut hatte, erwischt und brachte ihn nun auf den Lagerplatz. Sofort fesselten wir den Käsedieb an den dicksten Pfosten im Saloon!

 

Da sich der Dieb von seiner Festnahme und unserer Präsenz völlig unbeeindruckt zeigte, präsentierten wir ihm unsere Cowboyfähigkeiten. Zu beiden Seiten des Pfostens wurden nun Alukugeln auf eine Zielscheibe, bzw. Hufeisen um ein Steckenpferd geworfen. Je mehr Pfadis ihre Treffsicherheit bewiesen, desto stärker wurde die Furcht des Käsediebs. Aus Angst vor schlimmen Folgen für ihn, lenkte der Dieb ein und überreichte uns einen Teil der Schatzkarte. Es war der sechste und somit letzte Teil der Karte!! Der Käsedieb hatte uns, ohne es zu wollen, sehr viel geholfen und wir brauchten ihn nun nicht mehr. Unter der Bedingung, dass er die Region nicht mehr belästigt, liessen wir ihn laufen. Um auch im Anwenden und Entziffern von alten Cowboy-Geheimschriften auf dem neusten Stand zu sein, absolvierten wir vor dem Abendessen noch einen Übungsparcours. Vor dem allabendlichen Singsong verabschiedeten wir uns von Arpa und begrüssten an ihrer Stelle Andrea, die für die letzten drei Tage mit dabei war.

Montag, 11. Juli

Nach dem reichhaltigen Cowboyfrühstück  fügten wir alle Kartenteile zusammen und berieten uns. Man konnte nun ganz deutlich ein Kreuz erkennen, das sich in der Nähe eines „versunkenen Hauses“ befand. Da musste der Schatz sein!! Blitzschnell kleideten wir uns ein, packten Schaufeln und Revolver ein und marschierten dem rot eingezeichneten Weg entlang. Beim versunkenen Haus angekommen fanden wir zur grossen Enttäuschung einmal mehr einen Brief. Er war verschlüsselt. Gut vorbereitet vom Vorabend konnten wir den Hinweis schnell entschlüsseln und weiter ging der Weg. Nach einer erneuten Wanderung, die an einem alten Hexenhaus vorbei führte (zum Glück hat sich die Hexe niemanden geschnappt!) trafen wir auf einen moosigen Platz mitten im Wald, der durch ein Absperrband gekennzeichnet, wie ein grosser Stern aussah. Was hatte das zu bedeuten?? Unsere Mägen knurrten allerdings so stark, dass kein gescheiter Cowboy-Gedanke mehr zu fassen war. Nach einem gegrillten Cervelat mit Beilage kam einer unserer Jung-Cowboys auf die Idee, dass uns der Stern vom Sheriff vielleicht helfen könnte. Und tatsächlich, dem Sheriffstern fehlte genau wie dem Stern aus Absperrband ein Zacken. Das musste es sein.. Wir eilten auf der Seite des abgebrochenen Zackens nach unten und trafen auf einen grossen Steinhaufen. Euphorisch wurde gegraben und schon bald stiessen die ersten Cowboys auf den Deckel einer goldenen Schachtel. Wir hatten es geschafft- der Schatz war gehoben!!!

 

Die bis zum Rand hin mit Goldnuggets gefüllte Schatztruhe wurde von allen bestaunt. Auf dem Rückweg beteiligten sich alle abwechslungsweise am Transport der schweren Truhe. Der Schatz war gefunden und zusätzlich hatte Chai Geburtstag: Die perfekte Gelegenheit für ein Cowboyfest. An feierlich dekorierten Tischen assen wir köstliche Cowboyspiessli mit Salaten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im geschmückten Saloon fand die Disco mit Liveauftritt von Vega statt und in der Bar wurden diverse Cowboydrinks, ja sogar Hannah Montana Drinks ausgeschenkt.

Ein spannendes 1-2 oder 3 Cowboy-Quiz und eine Miss/Mister-Cowboy-Wahl, bei der Chai und Pluto als Gewinner ausgezeichnet wurden rundeten den erfolg- und ereignisreichen Tag ab.

 

Die Unerfreuliche Nachricht des Abends: Vali und Vega verliessen uns.

Dienstag, 12. Juli

Schon wieder ein Geburtstagskind: Happy Birthday Nina! Heute drehte sich alles um den Abbau des wunderschönen Cowboydorfs. Die Pfadis hatten Spiele-Morgen und durften sich am Nachmittag im Rahmen eines Cowboy-Wellnessprogramms verwöhnen lassen, während sich die LeiterInnen um Abbau, Lagerdruck und Essen kümmerten.

 

Der Rest des heutigen Berichts stammt aus der Feder von Piñata:

 

 

Mittwoch, 13. Juli

In der letzten Nacht wurden wir, oder eher unser Material nochmals auf eine harte Probe gestellt: ein fürchterliches Gewitter prasste auf die verbleibenden vier Zelte unseres Cowboydorfes nieder. Wir überstanden auch diese letze bewegte Nacht ohne grössere Zwischenfälle und stärkten uns am Morgen ein letztes Mal mit feinen „Cowboyschnitteli“ und frischer Schoggimilch. Alle Pfadis und einige Leiter besammelten sich anschliessend zum Singen und „Fötzele“, während die anderen Leiter unter der Abbauleitung von Nauru und Mosi den Rest des Dorfes verschwinden liessen. Schon bald war von der „Lucky Town“ nichts mehr zu sehen und so machten wir uns auf den Weg nach Bern zum Sheriff. Bei der kleinen Schanze trafen wir dann schliesslich auf den Sheriff und seinen Hilfssheriff, unter deren Anleitung wir einen Tresor bauten.

Niemand sollte uns je den Schatz klauen können. Die Beute wurde so aufgeteilt, dass jeder einen Goldnugget für seinen Uniform bekam- den Rest schlossen wir im Tresor ein. Müde und nass aber sehr zufrieden trafen wir nach einer kurzen Zugfahrt am Bahnhof in Biel ein, wo uns alle Eltern bereits erwarteten. Mit einem letzten Howdy-Hei Lagerruf verabschiedeten wir uns und alle gingen, um einige tolle Erfahrungen reicher nach Hause.

 An dieser Stelle ein grosses M-E-R-C-I:

  • an alle LeiterInnen für den unermüdlichen und engagierten Einsatz!
  • an den Sheriff und seinen Hilfssheriff, die uns mit Rat und Tat zur Seite standenan die Bauern Schafroth und Steffen und alle anderen Bauern, die sich für uns eingesetzt haben.
  • an alle, die mit Kuchen oder anderen süssen Spenden unser Zvieribuffet bereichert haben.