Aktivität_25. Februar_1. und 2. Stufe

Mit einem lauten und schnellen Ti-ei-ei stiegen wir in den heutigen Nachmittag ein. Gerade, als das Programm starten sollte, kam ein farbig gekleidetes Mädchen mit orangen Zöpfen und einem unordentlich gepackten alten Koffer über die Strasse auf uns zu. Fröhlich streckte sie jedem die Hand entgegen und sagte: „dag“ oder auch „god dag“.

 

Auf unsere Frage, wer sie sei und was sie denn bei uns wolle antwortete sie nicht. Gestikulierend schien sie uns etwas verständlich machen zu wollen-denn Deutsch verstand und sprach sie anscheinend nicht. Nach einer Weile glaubten wir zu verstehen, dass sie eine Toilette suchte und begleiteten sie ins Pfadiheim hinein. Aber auch nach Erledigung des Bedürfnisses machte sie keine Anstalten uns wieder zu verlassen- im Gegenteil, sie stellte ihren Koffer mitten in den Raum und fing an dessen Inhalt überall zu verteilen. Dass am Fasnachtswochenende eine unkonventionell gekleidete Person auftaucht verwunderte uns nicht sonderlich. Als sie dann aber behauptete sie sei Pippi Langstrumpf aus Schweden und würde in einer wichtigen Angelegenheit unsere Hilfe benötigen würde (das war zumindest was wir verstanden), wurden wir stutzig. Ein Beweis musste her und so kramte die angebliche Pippi erneut in dem braunen alten Koffer. Strahlend präsentierte sie uns eine DVD und forderte uns in Schwedisch auf, uns einen Ausschnitt anzusehen. Begeistert kommentierte Pippi jede Szene und überzeugte uns schliesslich doch von ihrer Echtheit. Mit Händen und Füssen erklärte uns Pippi, dass sie nicht wisse, wo sie schlafen solle und dass ihre schwedischen Freunde Annika und Tommy ihr eine Liste mit ganz vielen Aufgaben mitgegeben hätten. Nach einigen Fehlversuchen glaubten wir dann doch noch verstanden zu haben, worum es ging. Pippi hatte mit ihren Freunden gewettet, die Aufgaben auf der Liste im Verlaufe des Jahres abarbeiten zu können und dafür brauchte sie nun unsere Hilfe.

 

Zwar fühlten wir uns geehrt der berühmten Pippi Langstrumpf helfen zu dürfen, doch stellen sich mit der Freunde darüber auch gleich erste Zweifel ein, enthielt die Liste doch Aufgaben wie:

- Den Bundesrat treffen

- Deutsch lernen

- Unter dem Sternenhimmel schlafen…

Echte Pfadfinder lassen sich aber nicht entmutigen und so versprachen wir Pippi unsere Hilfe. Damit sie uns auch wirklich Vertrauen schenken konnte, erklärten wir ihr was die PTA ist und führten ihr einige typische Pfadiaktivitäten vor. Kurzerhand stand ein kleines Zelt mitten im Raum und wir gaben unseren PTA-Ruf zum Besten, nachdem wir Pippi die Tradition des „Grüssens mit der linken Hand“ erklärt hatten. Pippi gefiel die Pfadi zunehmend besser. Gemeinsam genossen wir die von Pippi gebackene schwedische Spezialität Kanelbullar. Auch die schönsten Erfahrungen können von Sorgen und Heimweh überschattet werden. Die zunehmend unglücklich wirkende Pippi zeigte uns schliesslich Fotos von ihrer Villa Kunterbunt, ihren Tieren und Freunden.

 

Noch immer hatte sie hier in der Schweiz kein Dach über dem Kopf. Welch glücklicher Zufall, dass das Pfadiheim über Bett, Küche und WC verfügt und momentan meist leer steht. Gemeinsam mit Pippi richteten wir ihr ein Zimmer gemütlich und möglichst farbig ein.Die Fotos sollten die Wände zieren und ihr über das Heimweh hinweg helfen. Während wir Pippi nach der anstrengenden Reise in die Schweiz einige Minuten Schlaf gönnten, traten draussen zwei Teams gegeneinander zum Seilziehen und zu verschiedenen Ballspielen an. Rechtzeitig zum Abschied tauchte die verschlafene Pippi noch einmal auf und winkte allen zufrieden zu.