Sommerlager in Avry-devant-Pont_23.-29. Juli_1. und 2. Stufe

Montag, 23.Juli

Heute wollen wir der Einladung von Efraim folgen und zusammen mit Pippi ins Taka-Tuka-Land reisen. Zum Glück hat Pippi einen Reiseplan von Efraim erhalten. So wissen wir, dass die Reise über Bern und Freiburg führt. Schnell lässt sich erkennen, dass auf der Insel Taka-Tuka nicht genügend Platz für unsere Zelte ist, so dass wir uns vis-à-vis niederlassen und unser zu Hause für die nächsten sieben Tage erkunden. Efraim ist nirgends zu sehen und auch auf unser lautes Rufen reagiert niemand… Beim Spielen findet Pippi eine Flaschenpost, die an sie adressiert ist.

Der Brief darin ist von Tommy und Annika. Sie schicken Pippi beste Grüsse und sechs neue Aufgaben aus Schweden. Da es bereits später Nachmittag ist, entscheiden wir, uns erst ab Morgen um die Aufgaben zu kümmern und stattdessen den Lagerpakt zu schliessen und den Ämtliplan zu studieren. Nach einem ersten feinen Znacht von Mosi geniessen wir eine abenteuerliche Geschichte von Pippi und Gebärdendolmetscherin Arpa am Lagerfeuer und schliessen den Tag mit einem Sing Song ab.

 

Dienstag, 24. Juli

Pippi entscheidet sich beim Aufstehen für die Tagesaufgabe: Efraim Treffen!

Heute Morgen versuchen wir unser Glück erneut und schreien uns die Seele aus dem Leib, um Efraim auf uns aufmerksam zu machen. Schliesslich sind wir ja seinetwegen hier her gekommen und würden auch sehr gerne das Taka-Tuka-Land sehen. Leider haben wir erneut keinen Erfolg und machen deshalb einige Namensspiele. Die hohen Temperaturen und der naheliegende See verleiten zum Baden und so packen wir unsere Badesachen und vergnügen uns im Lac de Gruyère. Beim Schwimmen, Spielen und Planschen im See und am Ufer finden wir einen Brief von Efraim. Endlich!!! Er freut sich uns am Nachmittag genau hier zu treffen und uns mit ins Taka-Tuka-Land zu nehmen.

 

Um rechtzeitig am Treffpunkt zu sein, entschliessen wir uns, zurück zum Lagerplatz zu gehen, uns mit einem Z‘mittag zu stärken und unsere Rucksäcke zu packen. Pippi ist völlig aus dem Häuschen, weil sie ihren Papa bald wieder in die Arme schliessen kann. Überpünktlich marschieren wir deshalb los, um Efraim unter keinen Umständen zu verpassen. Tatsächlich, da steht er, grinst und winkt uns von Weitem zu. Freudig erzählt er uns, dass gleich zwei Boote kommen würden, die uns zur Insel rüber fahren werden.

 

 

 

 

 

Die Boote tuckern gemächlich über den Lac de Gruyère und Efraim weiss allerhand Geschichten über dessen Entstehung zu erzählen. Drüber angekommen machen wir uns natürlich sofort auf den Weg zu dem grossen Aussichtsturm. Pippi möchte mit ihrem Papa gerne ein Kaffeekränzchen machen, wie sie es früher immer gemacht haben und so trinken wir im Schatten des Turmes bei gefühlten 30°C mit Efraim Kaffee.

Als Pippi ein kleines Mädchen war, hat Efraim ein Lied für sie geschrieben, welches er uns auch mitgebracht hat. Gemeinsam singen wir das fröhliche Pippi Langstrumpf Lied und leeren unsere Kaffeebecher. Die Zeit vergeht im Flug und so müssen wir bereits wieder aufbrechen, um rechtzeitig zum Znacht wieder auf dem Lagerplatz zu sein. Efraim begleitet uns bis ans Ufer und verspricht uns, sich bald wieder zu melden. Nicht nur wir müssen uns nun beeilen, sondern auch Efraim, hat er doch ein paar, nach seinen eigenen Abgaben, liebe Piraten zum Abendessen eingeladen.

Da wir den ganzen Nachmittag weg waren, müssen wir uns nun den Ämtli widmen; sonst hat es Morgen weder Holz oder Geschirr fürs Zmorge, noch Wasser zum Hände waschen oder Zähne putzen. Müde, aber sehr zufrieden, Efraim nun doch getroffen zu haben, hören wir Pippis Geschichte und singen am Feuer.  

Während die Pfadis bereits tief und fest schlafen in ihren Zelten, kehrt auf dem Lagerplatz noch einmal Leben ein. Der Taufgeist ist zu Besuch und nimmt Vali und Fäbu mit auf eine Mission. Lange Zeit sind die Beiden mit dem Taufgeist unterwegs, nur hie und da hört man in der Ferne einen Schrei oder ein Knacken zwischen den Bäumen im Wald. Erschöpft kehren Vali und Fäbu wieder zu uns zurück und stellen sich ihrer letzten Aufgabe am Feuer. Mit Bravour bestehen die Beiden alle Herausforderungen. Vali nennt sich von jetzt an Loa und Fäbu ist in dieser geheimnisvollen Nacht zu Spunk geworden.  

 

Mittwoch, 25. Juli

Wie schön, bereits nach dem Zmorge trifft ein Brief von Efraim ein. Gespannt beginnen wir zu lesen. Doch schon bald schlägt unsere Freude in Enttäuschung um, schreibt er uns doch, dass er sehr viel zu tun habe und diese Woche leider keinen Besuch von uns mehr empfangen könne. Einige der Buchstaben in seinem Text sind farbig, was wir jedoch völlig ausser Acht lassen. Pippi lässt sich nicht entmutigen und holt die Liste mit den Tagesaufgaben von Tommy und Annika hervor. Damit wir uns von der schlechten Nachricht etwas ablenken können, entscheidet sich Pippi für die Aufgabe: Tu 6996 Schritte!

Natürlich ist uns bekannt, dass Pippi nicht so gut rechnen kann, aber wie schlimm es wirklich ist, merken wir erst, als Pippi vorschlägt, sechs Schritte zu laufen, dann wieder sechs und noch einmal sechs, in der Hoffnung das genüge dann. Zum Glück haben wir Simone mit dabei. Sie kann gut rechnen und schlägt uns vor, zuerst mit dem Bus vom Lagerplatz wegzufahren, so dass wir anschliessend genügend Schritte tun müssen, um wieder zum Platz zu gelangen. Gesagt getan; wir nehmen den Bus bis Rossens und marschieren eifrig los. Bald jedoch haben wir Durst und merken, dass auch dieser Tag sehr heiss werden wird. Damit jeder 6996 Schritte machen kann, müssten wir ja noch ewig gehen. Nicht verzagen, Simone fragen. Geschickt rechnet sie aus, wie viele Schritte pro Person nötig sind, damit wir gemeinsam 6996 Schritte gehen können.

 

Das ist die Lösung. Jeder hat 350 Schritte zu gehen. Das können wir schaffen und danach gibt’s auch bestimmt ein wohlverdientes Z’Mittag. Eifrig wird gezählt und tatsächlich, am Ende einer beachtlichen Strecke, hat jeder mindestens 350 Schritte gemacht. Erfreut widmen wir uns nun dem Schlangenbrot und den Cervelats. 

Wieder zurück auf dem Lagerplatz wird bis zum Znacht gebastelt, gezeichnet, gespielt, gebadet oder auch geduscht- je nach Lust und Laune. Obwohl wir noch immer etwas traurig sind, dass Efraim keine Zeit mehr für uns hat, freuen wir uns über die erfolgreich erledigte Tagesaufgabe und geniessen wie jeden Abend Geschichte und Singen am Feuer, bevor es langsam ruhig wird um die Schlafzelte.

 

Donnerstag, 26. Juli

Bereits kurz nach dem Aufstehen hören wir markerschütternde Schreie. Mosi ist zu dieser Zeit in der Küche und sagt, er denke, sie kämen aus der Richtung der Insel!! Natürlich wollen wir direkt zur Insel, um nachzusehen, was da los ist. Die Schreie verstummen aber und Pippi warnt uns vor unüberlegten Handlungen. Wenn es sich wirklich um die Piraten handeln sollte, die Papa am Dienstag zu Besuch hatte sagt sie, so müssten wir uns gut, sehr gut vorbereiten, bevor wir etwas unternehmen könnten. Und sowieso, Efraim würde mit denen noch lange fertig werden, er sei schliesslich der König von Taka-Tuka-Land. Nach einem Blick auf die Liste entscheidet sich Pippi stattdessen, für die Tagesaufgabe: Viele Fragen beantworten. Loa kennt ein gutes Spiel und so entscheiden wir uns, nach Rossens zu fahren, um dort ein Pippi Langstrumpf Leiterli XXL zu spielen. Zugegeben- das Spiel beinhaltet viele amüsante Aufgaben und die Dorfbewohner von Rossens, die hie und da mit reingezogen werden, schlagen sich hervorragend. So will eine Frau gleich die ganze Gruppe auf einen Kaffee einladen und schenkt Chai schliesslich einen Lippenstift, damit sie die Aufgabe als Erste lösen kann. Während wir Leiter die Mittagspause nutzen, um etwas auszuruhen, plaudern und spielen die Pfadis vergnügt.

 

Zurück auf dem Lagerplatz schnappen wir uns sofort unsere Badesachen und machen uns auf den Weg zu See-auch heute ist es wieder strahlend schön und warm!

 

Mosi verwöhnt uns wie immer, mit einem feinen Znacht und wir lassen den Abend bei Geschichte und Sing Song ausklingen.

 

Freitag, 27. Juli

Auch heute Morgen erreichen uns wieder durchdringende Schreie. Diesmal ist Pippi sichtlich beunruhigt und so studieren wir noch einmal den Brief, den Efraim uns geschrieben hat, nach unserem Besuch beim ihm im Taka-Tuka-Land. Tatsächlich entdecken wir etwas. Wie konnten wir die roten und blauen Buchstaben im Text einfach überlesen?! Reiht man sie aneinander ergibt sich: HILFE PIRATEN!! Nun steht es also fest. Die Schreie kommen von der Insel; die Piraten haben Efraim gefangen genommen. Pippi will ihren Papa unbedingt retten und wir sind natürlich mit dabei. Eins ist jedoch schnell klar. Pippi sagt, dass wir unbedingt trainieren und Mut beweisen müssen, man könne es nicht so ohne Weiteres mit Piraten aufnehmen. Pippi schleppt einiges Material herbei und erklärt uns, dass sie Ideen hätte zum trainieren und dass wir unverzüglich damit anfangen müssten. Als erstes geht es darum, sich blind zu vertrauen. Kurzerhand werden Zweierteams gebildet. Mit verbundenen Augen muss man sich von seinem Partner führen lassen. 

 

Als nächstes sollten sich alle, die sich trauen von einer Bank in die Arme der Anderen fallen lassen. Das braucht ziemlich viel Mut, aber wir wären ja nicht die PTA, würden wir uns so etwas nicht trauen. Einige Pfadis liessen sich sogar rückwärts fallen!! 

Soweit so gut. Pippi ist zufrieden mit den Mutbeweisen. Jedoch, so erklärt sie uns, hätte jedes Gewinnerteam einen „Schlachtruf“ und deshalb bräuchten auch wir einen. Pippi sprach vor, wir nach. MUET, MUET, MUET- GRÜEN, BLAU, ROT- MIR SI DO! Pippi kramt in ihrem Koffer und holt eine Flasche hellblaue Flüssigkeit heraus. Stolz erzählt sie uns von den Bräuchen, die sie bei ihrem Papa Efraim gelernt hat. Will man gewinnen und hat man Mut bewiesen, muss man dies mit einem Trank besiegeln. Zudem hätte der Trank eine vielversprechende Wirkung. Bereits nach kurzer Zeit würde man schmerz-unempfindlich, was wir gleich mit Hilfe der glühenden Kohlen testen könnten- und nach 3 Stunden wäre man unendlich stark. Fasziniert von Pippi’s Erzählungen, setzen wir zum Trinken an. Natürlich wollen alle sofort testen, ob das Kohlenlaufen tatsächlich funktioniert. Das tut es und so freuen wir uns nun auf die volle Wirkung in drei Stunden. Unterdessen machen wir noch einige Spiele und werden einmal mehr von Mosi kulinarisch verwöhnt! Gestärkt und bereit für alles was kommen mag, besammeln wir uns nach der Mittagspause wieder beim Fahnenmast. Um die Piraten auch richtig zu erschrecken machen wir eine sehr wirkungsvolle „Kriegsbemalung à la Pippi“- je farbiger und schriller, desto besser!

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausgerüstet mit Pippi’s super Fernrohr machen wir uns auf den Weg Richtung See- plötzlich hören wir jedoch Stimmen beim Parkplatz. Ganz vorsichtig schleichen wir näher und erkennen zwei Piraten. Sie diskutieren angeregt. Unglücklicherweise entdecken die beiden Bösewichte Pippi plötzlich und stellen sie zur Rede. Die wunderschönen Blumen hätten sie angelockt erzählt Pippi. Einer der beiden Piraten scheint etwas minderbemittelt zu sein und erzählt Pippi stolz, dass sie einen alten Mann gefangen genommen hätten, der behaupten würde, der König der Insel Taka-Tuka zu sein. Durch die Drohung seines Kollegen gewarnt, schweigt der Pirat jedoch plötzlich. Pippi verabschiedet sich von den Piraten und kehrt zu uns zurück. Schnell ist beschlossen, dass wir sie weiter verfolgen- in der Hoffnung, sie bringen uns zu Efraim.

 

Wir finden Efraim und gemeinsam mit ihm, locken wir die Piraten in eine Falle. Als diese nämlich Pippi und den flüchtenden Efraim verfolgen wollen, ziehen wir über ihnen ein Netz zusammen, das Pippi glücklicherweise in ihrem Koffer gefunden hat. Gefesselt werden die Piraten nun zu unserem Lagerplatz geführt. Aber, was tun wir nun mit ihnen. Pippi möchte zur Feier des Tages gerne eine Party feiern und beschliesst deshalb, mit den Piraten einen Deal einzugehen. Wenn diese uns eine Piratenparty mit Spielen, Essen, Dekoration und Unterhaltung organisieren, werden sie frei gelassen. Gesagt, getan. Wir verbringen einen super Piratenabend, mit Grillplausch, Piratenquiz, Schiffli versenken, Piratentorte und einem „live-Piraten-Konzert“.

Gegen 22h30 kehrt Ruhe ein. Die Piraten haben wir freigelassen und sinken nun zufrieden aber müüüüde in unsere Schlafsäcke.     

 

Samstag, 28. Juli

Heute hat Pippi Langeweile! Sie ist es nicht gewohnt, lange am selben Ort zu bleiben. Nach fast einer Woche am Lac de Gruyère, würde Pippi gerne weiter reisen. Wir können sie davon überzeugen, dass es hier in der Nähe von Efraim doch schön ist. Hänku und Spunk verweisen Pippi auf die Tagesaufgabe: Andere Länder kennen lernen und sogleich hat Pippi eine Idee. Sie will uns verschiedene Spiele aus verschiedenen Ländern beibringen. Die Spiele werden in zwei Gruppen gemacht. Entsprechend der erreichten Punktzahl erhält dann jedes Pfadi nach jedem Spiel Legosteine. Als erstes reisen wir nach Italien, wo Pippi uns die Geschichte der Spaghetti erzählt und wir anschliessend einen gotischen Knoten lösen und uns beim Seil bzw. Spaghettiziehen messen müssen.

 

Beim Zwischenstopp in Schottland lernten wir das „Schottisch Bsoffe“ kennen. Die Reise geht dann weiter nach Frankreich, wo die Menschen Boules spielen.

 

Herr Nilsson erzählt uns anschliessend von der Insel Madagaskar, wo sehr viele Touristen ihre Petflaschen liegen lassen. Die Affen holen Kokosnüsse von den Bäumen und spielen mit diesen und den Flaschen eine Art Bowling. Er zeigt uns, wie’s geht.

Pippi weiss noch eine Geschichte zu den Menschen in Liliput. Sie alle sind kleinwüchsig, daher nennt man sie Liliputaner. Um im beim Einkaufen Büchsen von den Regalen holen zu können, werfen sie einen Frisbee hinauf. Dies gibt dann eine Art Büchsenwerfen mit Frisbee. Foto Tag 6 f. Mit all den gewonnenen Legosteinen machen wir nun ein Kunstwerk, das wir dann Pippi schenken wollen. So hat sie eine Dekoration in ihrem Zimmer im Pfadiheim, die sie auch gleich an die Solawoche erinnert. Auch den letzten Abend lassen wir bei kulinarischen Köstlichkeiten à la Mosi, Geschichte und Sing Song um’s Lagerfeuer ausklingen.

 

Sonntag, 29. Juli

Heute ist leider schon Abreisetag. Pippi entscheidet sich daher für die letzte übriggebliebene Tagesaufgabe: Bus und Zug benutzen. Doch zuerst muss das gesamte Lagergelände abgebaut und verladen werden. Nach einer Woche mit wunderschönstem Wetter, regnet es heute leider wieder, was bedeutet, dass alle Zelte im Pfadiheim zum Trocknen noch einmal aufgebaut werden müssen. Um Glück haben wir heute Hilfe von vielen Freunden und Bekannten unserer Leiter. Während die Pfadi’s im Trockenen spielen, singen, zeichnen und essen, wird fleissig abgebaut. Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk ist alles in den Bussen verstaut und wir ziehen ein letztes Mal los Richtung Bushaltestelle.

Erschöpft aber zufrieden erreichen wir den Bieler Bahnhof. Mit einem lauten Ti-ei-ei schliessen wir das diesjährige SoLa ab. Ein riesen grosses M-E-R-C-I allen freiwilligen Helfern, die uns trotz Regen beim Auf- und Abbau unterstützt haben. Ohne eure Hilfe hätten wir’s nicht geschafft!